Woke-Experiment ist endlich beendet! Wieder Hoffnung für gute Filme und Serien?

von Bagaaa • vor 1 Stunde
Hallo zusammen,
ich möchte hier eine Diskussion anstoßen, die zwar einen leicht politischen Hintergrund hat, aber im Kern die Qualität unserer Filme und Serien betrifft.

Große Investmentgesellschaften wie BlackRock haben vor einiger Zeit signalisiert, ihre strengen Richtlinien bezüglich des sogenannten „Woke“-Zeitgeists
(bzw. ESG- und DEI-Vorgaben) zurückzufahren.

Warum erwähne ich das in dieser Serien/Film-Community?
Weil diese Finanzierungsströme die kreative Richtung in Hollywood maßgeblich beeinflusst haben und ich hoffe, dass diese Kehrtwende uns das zurückbringt, was Film und Fernsehen in den 2000ern und 2010ern so stark gemacht hat.

Folgende Punkte gehen mir dabei durch den Kopf:

1. Organische Diversität vs. Aufgedrückte Agenda
In den 2000er und 2010er Jahren gab es ebenfalls homosexuelle, lesbische oder diverse Charaktere.
Der Unterschied zu heute: Es wirkte organisch und nicht wie eine erzwungene Checkliste. Die Story stand im Vordergrund, nicht die politische Botschaft.

2. Die Dekonstruktion von Kindheitshelden
Ich habe das Gefühl, dass im aktuellen Zeitgeist viele klassische Helden dekonstruiert, „entmaskulinisiert“ oder ins Negative verzerrt wurden.
Beispiel James Bond: Er war immer der charmante, coole Draufgänger ein echter, maskuliner Mann, mit dem man sich identifizieren konnte.
Die neueren Filme haben versucht, ihm eine Emotionalität und Verletzlichkeit aufzudrücken, die den ursprünglichen Charakter im Kern verändert hat. Es fühlte sich einfach nicht mehr nach derselben Figur an. (Meine Meinung)

3. Sehnsucht nach echten „Badass“-Charakteren
Das ist keine reine Nostalgie, ich bin neuem Content gegenüber absolut offen. Aber mir fehlen die harten Hunde, die klassischen „Badass“-Typen, die eine gewisse Coolness ausstrahlen.
Das Gleiche gilt für Frauenrollen: Es gab und gibt großartige, coole weibliche Charaktere, die trotzdem ihre Weiblichkeit behalten haben, anstatt einfach wie kopierte Männer zu wirken.
Der aktuelle Zeitgeist hat das Gefühl für diese klar definierten Rollen komplett auseinandergenommen. Für mich hat dieses klassische Storytelling mit starken Archetypen immer am besten funktioniert.

Meine Fragen an euch:
Glaubt ihr, dass durch das Zurückfahren dieser Konzepte auf finanzieller Ebene wieder Platz für die „gute alte Schule“ des Filmemachens entsteht?
Kommen die harten, coolen Charaktere zurück oder hat sich der Zeitgeist bereits zu tief in die Drehbücher gefressen?
Was denkt ihr dazu?

4 Antworten

Otomo
Otomo vor 21 Minuten

Hollywood wird umdenken müssen. Man sieht ihre "woken" Filme und Serien floppen wie am Fließband, in den Kinos und auf unseren Screens. Wer das nicht sehen will oder leugnet, lügt einfach oder macht sich selbst was vor.

Dabei haben die meisten Menschen überhaupt nichts gegen Diversität in ihren Medien. Erst als diese in den Fokus rückte und dadurch die Qualität der Filme und Serien gelitten hat, wurde es zum Problem. Man hat sich mehr mühe gegeben, politisch korrekt und divers zu sein, als ein gutes Produkt abzuliefern. Wie gesagt, die Zahlen sind der Beweis.

In der Gaming-Industrie ist es nicht anders, und da hat der Umschwung schon begonnen. Nachdem viele Millionen-schwere Spiele aus den selben Gründen gefloppt sind, wird nun alles umgekrempelt und der "woke" Aspekt aussortiert. Man kann nur hoffen und abwarten, ob es sich wieder in eine gute Richtung entwickeln wird, und das alles dazu führen wird, dass wir wieder vernünftige Qualitätsmedien genießen dürfen.

Foxfire1988
Foxfire1988 vor 31 Minuten

Serien und Filme haben sich schon immer sehr gewandelt. In den 50er und 60er waren Frauen in Serien und Filme nur dafür da vom Männlichen Helden gerettet zu werden. Das hat sich dann in den 80er und 90er dann geändert. Und Frauen waren auch vermehrt die Helden der Stunde. Und heute bekommen die Figuren noch mehr schwächen und Starken. Und wie Rucze schon anmerkt queere Figuren waren früher sehr oft einfach nur wandelde Klischees. Heutzutage haben die Figuren ein viel breiteres Spektrum an CHrakter eigentschaften die nicht mehr so starfestgelegt sind. Oft mit viel mehr Charakter Entwicklung.

LordRhodan
LordRhodan vor 56 Minuten

Hey Bagaaa

Du sprichst mir aus der Seele mit deinem Wunsch nach 2000-2010 Niveau im Film und Serienbereich. Ich würde sogar 1990er mit hinzunehmen. Glaub aber der Zug ist abgefahren. Das hat sich einfach zu sehr in den Köpfen der Chefetagen festgefressen. Es muss einfach heute alles "woke" sein. Es wird immer schlimmer werden. Auch werden wir in Zukunft immer mehr Gender Änderungen im Bereich Film und Fernsehen haben. Immer mehr unserer geliebte.Helden egal ob männlich oder weiblich werden einfach mal zum spass getauscht werden. Bin felsenfest der Meinung das wir zB in den nächsten 5-10 Jahren eine Jane Bond bekommen werden. Ian Fleming wird sich im Grab umdrehen aber glaub mir, es wird so kommen. Das ist für mich mit ein Grund warum ich seit beinahe 10 Jahren nicht mehr im Kino war. Das kann mir alles gestohlen bleiben. Ich habe mittlerweile eine Sammelung von 150+ DVD und BLUERAY Scheiben welche ich durch regelmäßige Flohmarkt Besuche weiter ausbauen und so das habe / schau was mir gefällt der ganze neue Müll kann mir gestohlen bleiben.

MFG

Rucze
Rucze vor 1 Stunde

In den 2000ern und 2010ern gab es queere oder diverse Figuren meist nur als Nebenrollen, oft klischeehaft, oft humoristisch gebrochen, selten als echte Hauptfiguren. Das wirkte „organisch“, weil es dem damaligen Mainstream entsprach, nicht unbedingt der Realität.

Heute ist die Darstellung breiter, sichtbarer und vielfältiger und dadurch für manche ungewohnt.
Das heißt aber nicht automatisch, dass es „Checklisten“ sind. Es ist eher ein Korrekturprozess, der jahrzehntelange Unterrepräsentation ausgleicht. Wenn man lange nur eine Perspektive gewohnt war, wirkt jede Erweiterung zunächst wie „Agenda“, obwohl es schlicht mehr Realität ist.

Die Idee, dass moderne Filme klassische Helden „entmaskulinisieren“, ist ein verbreitetes Gefühl aber es basiert oft auf einer romantisierten Erinnerung.

James Bond war schon immer ein Produkt seiner Zeit.
Die frühen Bonds waren cool, aber auch emotional extrem flach, teilweise toxisch, und stark von männlichen Fantasien geprägt. Die neueren Filme haben versucht, Bond komplexer zu machen, nicht schwächer.
Verletzlichkeit ist kein Widerspruch zu Maskulinität im Gegenteil: Sie macht Figuren oft interessanter, glaubwürdiger und zeitgemäß.

Die Welt hat sich verändert.
Ein Held, der heute genauso agiert wie 1965, würde nicht als „stark“ wirken, sondern als Karikatur.
Die Dekonstruktion ist kein Angriff auf Männlichkeit, sondern eine Modernisierung von Archetypen, die sonst stehengeblieben wären.

Ich verstehe die Sehnsucht nach klaren Archetypen aber moderne Geschichten versuchen nicht, alte Figuren zu zerstören, sondern neue Perspektiven hinzuzufügen. Vielfalt ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung.

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